TSV 03 Mommenheim e.V.

Vier Kreuzbandrisse, trotzdem Platz eins!

Besonders viel Eingewöhnungszeit brauchte Marco Kiene nicht. Der 32-Jährige übernahm erst vor dieser Saison das Traineramt bei Fußball-A-Klassist TSV Mommenheim, und damit eine neu zusammengestellte Mannschaft, mit der er jetzt an der Tabellenspitze steht. „Dass die Entwicklung so schnell geht, hätte ich nie gedacht“, sagt Kiene. Immerhin musste er neun Neuzugänge integrieren, was sich zumindest in den ersten Saisonspielen (Platz zwölf nach sechs Spieltagen) bemerkbar machte.

Dass der TSV seitdem in der Tabelle kontinuierlich nach oben geklettert ist, läge vor allem daran, „dass jeder Spieler seine Aufgaben erledigt“. Daran hat auch Steffen Jennerke seinen Anteil. Der spielende Co-Trainer macht den Kollegen auf dem Platz vor, wie es geht. „Der verstoppt zwar auch mal einen Ball, aber was die taktischen Abläufe angeht, können sich die Jungs natürlich was bei ihm abschauen“, sagt Kiene, der selbst jahrelang für den TSV Mommenheim gegen den Ball trat. „Darum habe ich zu Saisonbeginn auch keinen Druck verspürt, weil ich hier alles kannte“, sagt der Coach. Kiene konnte bereits vergangene Saison erste Erfahrungen als Co-Trainer sammeln. An eine Rückkehr auf den Platz, möglicherweise als Spielertrainer, ist für den 32-Jährigen nach mehreren Kreuzbandrissen nicht zu denken. „Mit den Jungs könnte ich eh nicht mehr mithalten“, scherzt Kiene. Jedoch ist er nicht der Einzige, dem die Kreuzbänder zu schaffen machen. Vier TSV-Spieler laborieren derzeit an dieser langwierigen Verletzung. Der jüngste Schock war die entsprechende Diagnose bei Keeper Sascha Berges. „Ein herber Verlust“, beteuert der Trainer. In der Winterpause müsse man sich nun nach einem neuen Keeper erkundigen. Logisch, dass sich die Verantwortlichen bei vier Kreuzbandrissen hinterfragt haben. „Aber zwei sind auf unserem Rasen passiert, zwei auswärts. Davon wiederum einer auf Kunst- und einer auf Naturrasen. Letztendlich sind es einfach Unfälle“, sagt Kiene, der Glück hat, die Ausfälle kompensieren zu können. Dafür kann er einerseits auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen. Bisher kam der 19-jährige Chris Niebergall so auf vier Einsätze in der A-Klasse. Andererseits drängen sich derzeit drei A-Jugendliche auf. Lukas Strohm, Steven Knoll und Matthias Stüber trainieren einmal wöchentlich bei der ersten Mannschaft mit und kommen teilweise bereits zum Einsatz. „Die Jungs machen das verdammt gut“, lobt Kiene seine Youngsters. Diese profitieren wiederum von den Routiniers in der Mannschaft.

Der Kapitän ist der Kern des Systems

Mit knapp 25 Jahren hat die Mannschaft einen optimalen Altersschnitt. Und sie setzt die Vorgaben des Trainers derzeit bestens um. „Wir wollen gepflegten Offensivfußball bei gleichzeitig guter Absicherung spielen“, erläutert der 32-Jährige. Meistens im 4-2-3-1-System, wofür in erster Linie Kapitän Kevin Schuhmacher verantwortlich ist. Der ist nämlich ein „starker Zehner“, der seine Stärken in anderen Ausrichtungen nicht voll ausspielen könnte. Natürlich hat der Coach noch die ein oder andere Alternative in der Hinterhand. Anlass zu Änderungen hat er nach zuletzt vier Siegen in Folge aber nicht. Mit dem Erfolg verändern sich in Mommenheim auch die Ziele. Zwar sei der Aufstieg nach wie vor keine Pflicht. „Aber wenn du da oben stehst, willst du da auch bleiben“, gibt sich Marco Kiene ehrgeizig. Den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg kann der TSV Mommenheim am Sonntag (14.30 Uhr) im Heimspiel gegen die TuS Marienborn II gehen. „Eine spielerisch extrem starke Mannschaft“, sagt der TSV-Trainer.

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